| Sitzendorf und seine Porzellanmanufaktur |
Sycedorf
Älteste urkundliche Erwähnung in einer Erbteilungsurkunde
der Grafen von Schwarzenberg. Namensgebung wahrscheinlich nach einem
Grafen Sizzo von Kefernburg, der im 11. Jahrhundert lebte und als
Stammvater des Schwarzburger Grafenhauses gilt. |
| wird eine „smettenstatt“ zu Sitzendorf
bezeugt. Besitzer war Hans Groß, auch als „hans hammersmed“
genannt, der gleichzeitig im Ortsteil Blechhammer eine Schmiede besaß.
1564 ließ die „Herrschaft“ (Grafen) sie in eine
herrschaftliche Mahlmühle umwandeln. |
|
 |
|
| Kaiser Friedrich III. aus dem Hause Habsburg belehnt
die Schwarzburger Grafen mit der Goldgewinnung im Schwarzatal. Die
Adligen beschäftigen auch Sitzendorfer Einwohner mit diesem Gewerbe.
Gold wurde aus dem Flußschotter oder aus dem eiszeitlich abgelagerten
Gestein an den Hängen oberhalb des Flusses gewaschen oder im
Bergbau aus dem Gestein geschlagen. Letztmalig wurde 1800 Gold in
der Schwarza in der Nähe der Pocherbrücke gefunden. |
| Sitzendorfer Einwohner nehmen am Bauernaufstand teil.
Sie schließen sich dem „Waldhaufen“ an und marschieren
über Paulinzella - hier wird das Kloster gestürmt -, Stadtilm
nach Arnstadt, um dort dem Grafen ihre Forderungen vorzulegen. „13
wirdten und 2 hausgenos“ |
|
 |
|
| müssen an die Kanzlei Arnstadt nach dem Scheitern
des Aufstandes eine hohe Buße zahlen. |
| Der gräflich-schwarzburgische Bergverwalter Günther
Brömel erteilt dem Grafen Philipp Ernst von Gleichen ein Privileg
zum Bau einer Kupferschmelzhütte unterhalb von Sitzendorf. Das
Erz wurde aus der Umgebung von Böhlen herangefahren; 1620 = 10.000
Zentner. Brömel hatte um 1616 bereits oberhalb von Sitzendorf
ein Pochwerk errichten lassen. 1621 verkaufte er dies an den fürstlich-magdeburgischen
geheimen Diener zu Arnstadt Christoph Drechsler jun., welcher Erzgruben
bei Glasbach, Böhlen, Allersdorf, Lichta, Königsee, Unterschöbling
und Aschau besaß. 1625 lieferte Drechsler 200 Zentner Garkupfer
nach Hamburg. |
|